ruhrAGIS – Digitaler Gewerbeflächenatlas des Ruhrgebiets
Business Metropole Ruhr | 45128 Essen
Business Metropole Ruhr Team
seit 1998
WebGIS, Geodatenbank, ArcGIS, qGIS
#RUHRON
Die Gewerbeflächen des Ruhrgebiets auf einen Blick
Wer im Ruhrgebiet eine Gewerbefläche sucht, braucht verlässliche Daten. ruhrAGIS liefert sie: Als digitaler Gewerbeflächenatlas erfasst die Plattform seit 1998 sämtliche Gewerbe- und Industriegebiete der Region – georeferenziert, flurstücksscharf und mit über 40 Attributen je Betriebsfläche.
Das Ruhrgebiet mit seinen 53 Städten, 15 Gebietskörperschaften und 5,1 Millionen Einwohnern braucht eine belastbare Datenbasis für die Steuerung gewerblicher Flächenentwicklung. ruhrAGIS wurde beim Regionalverband Ruhr entwickelt und 2007 nach der Gründung der Business Metropole Ruhr (BMR) an diese übergeben. Seitdem wird die Datenbank kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Die Zahlen sprechen für sich: 1.849 verzeichnete Gewerbegebiete, rund 27.000 Hektar erfasste Fläche, circa 39.500 Betriebsflächen und rund 40.000 Betriebe.
Daten aus erster Hand
Die Qualität der Datenbank steht und fällt mit der Erhebung. ruhrAGIS setzt dabei auf eine Kombination aus Sekundäranalyse und Primärerhebung. Im Rahmen der Sekundäranalyse werden Unternehmenswebsites, Branchenbücher, Telefonverzeichnisse und Firmendatenbanken, kommunale Informationsquellen, Wirtschaftsteile der lokalen Presse, Flyer und Broschüren großer Flächenentwickler und das Handelsregister ausgewertet. Darauf aufbauend folgt die Primärerhebung vor Ort: Befahrungen verifizieren die zuvor gewonnenen Daten, Interviews mit den kommunalen Wirtschaftsförderungen klären offene Punkte und stimmen die tatsächlichen zeitlichen Verfügbarkeiten ab.
Mehr als Betriebsdaten
Pro Betriebsfläche erfasst ruhrAGIS 41 Attribute – darunter Unternehmensname, Beschreibung, Adresse, Wirtschaftszweigklassifizierung und Flächeninanspruchnahme. Doch ruhrAGIS geht über reine Betriebsdaten hinaus und zeigt gezielt Entwicklungspotenziale auf: zeitliche Verfügbarkeiten, Brachen, Leerstände, abgeräumte Freiflächen, bestehende Bebauungsplanverfahren, qualitative Informationen zu Restriktionen sowie den Aufbereitungs- und Erschließungsbedarf. Ergänzt wird dies durch die Daten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB), die rückwirkend bis 2011 vorliegen und von IT.NRW geliefert werden. Zeitreihen zeigen so die Beschäftigungsentwicklung innerhalb gewerblicher Standorte. Zur Wahrung des Datenschutzes werden sensible Daten nur aggregiert auf Gewerbegebietsebene bereitgestellt.
Digitaler Zugang für alle Nutzergruppen
Die ruhrAGIS-Datenbank wird nutzerorientiert über eine barrierefreie WebGIS-Anwendung bereitgestellt. Sie ermöglicht den einfachen Zugang und die Auswertbarkeit der Daten auch für Laien – unterstützt durch ein Schulungsangebot der BMR. Für Geodäten und GIS-Spezialisten bietet ruhrAGIS zusätzlich eine Servereinbindung in professionelle GIS-Anwendungen wie ArcGIS oder qGIS, die eine Verzahnung mit eigenen Daten ermöglicht. Die Anwendung verfügt über eine Exportfunktion für Standortprofile auf Flurstücksebene, eine leistungsfähige Suchfunktion anhand der hinterlegten Attribute sowie voreingebundene Kartenwerke – etwa den Regionalplan Ruhr, Flächennutzungspläne, Bebauungspläne, digitale Geländemodelle und Klimakarten. Auch historische Luftbilder sind integriert.
Stetige Weiterentwicklung
ruhrAGIS wächst sukzessive durch die Erhebung, den Einkauf und die Einbindung neuer Daten. Damit reagiert die BMR auf die zunehmende Komplexität von Standortsuchen, neue Ansprüche an Nachhaltigkeit und Resilienz sowie den politischen Diskurs. Aktuelle Projekte umfassen unter anderem EMG.Ruhr gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Just Transition Fund (JTF) – ein Vorhaben zum Energiemanagement auf Gewerbestandorten mit regionsweiter Erhebung energetischer Daten –, die Anlegung des neuen Attributs „Eigentum“ für entwickelbare Flächenpotenziale sowie die Einbindung der RWP-Förderkulisse als georeferenzierte Kartendatei. Auch die WebGIS-Anwendung selbst wird weiterentwickelt: Die technische Infrastruktur wurde erneuert, Bedienbarkeit und Suchfunktionen verbessert, eine personalisierte Speicherfunktion für Suchverläufe eingeführt und neue Nutzerfunktionen geschaffen – etwa die Kommentierung von Standorten, die eine schnellere Anpassung des Datenbestandes ermöglicht und den jährlichen Erhebungsaufwand reduziert. Dashboards bieten zudem eine direkte Übersicht über relevante Kennzahlen. Perspektivisch werden Themen wie Routing und der Einsatz von Large Language Models (KI) geprüft.





